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News | 12.09.2019

IGF-D: Mehr Tempo bei der gesamtgesellschaftlichen Gestaltung der Digitalisierung

Anlässlich des von DENIC mitorganisierten Internet Governance Forum Deutschland am 11. September versicherte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, dass die Politik auf die Impulse und Expertise nicht-staatlicher Akteure angewiesen sei.

5G-Ausbau als strategische Aufgabe verstehen, das ist eine der Forderungen der Teilnehmer des UN-Prozesses „Internet Governance Forum“ in Deutschland, das am 11. September 2019 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie tagte. Mehr als 300 Teilnehmer sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und aus den Ministerien berieten über Spielregeln eines offenen und freien Internet und einer gemeinwohl-orientierten Digitalisierung.

Deutsche Politik steht zu Multistakeholder-Ansatz

In seiner Keynote hob Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die hohe Relevanz des Multistakeholder-Formats der Veranstaltung hervor und versicherte, dass die Politik auf die Impulse und die Expertise nicht-staatlicher Akteure angewiesen sei. Gerade auch mit Blick auf die Ende November ebenfalls – und erstmals – in Deutschland stattfindende globale Konferenz – das Internet Governance Forum der Vereinten Nationen – sagte er, dass die Bundesregierung auch in Zukunft den inklusiven und breiten Ansatz zur Einbindung möglichst vieler Akteure für die Gestaltung der wichtigsten Zukunftsentwicklung unterstützen werde.

Forderungskatalog der IGF-D-Konferenz 2019

Die Diskussion zwischen den Panelisten, Teilnehmern und den sehr aktiven Repräsentanten des Jugend-Internet Governance Forums brachte unter anderem folgende Ergebnisse und Feststellungen:

  • Die Digitalisierung ist ein hoffnungstragender Weg zu mehr Effizienz, den wir nutzen müssen. Wir brauchen jedoch Regularien, die sicherstellen, dass die Digitalisierung dem Ziel der Nachhaltigkeit nicht zuwiderläuft. Vielmehr muss sie zu mehr Nachhaltigkeit beitragen und damit dem Gemeinwohl dienen.
  • Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) hat geopolitische und strategische Implikationen. Es muss vermieden werden, dass Europa aufgrund technologischen Zurückfallens noch mehr von externen Playern abhängig wird.
  • Wir sollten die jeweiligen Zielstellungen des Einsatzes von KI auch gesellschaftlich diskutieren und dabei auch den Mut haben, bestimmte Entwicklungen abzulehnen, denn nicht jeder denkbare Einsatz ist sinnvoll und klug. Umgekehrt sollten wir verstärkt darauf achten, wie wir die Technologie für gesellschaftlich positive Zwecke und Ziele einsetzen können.
  • Vorhandene Gesetze bieten bereits Möglichkeiten zur Strafverfolgung von Hassrede im Internet; sie müssen aber konsequenter umgesetzt und ausgeschöpft werden. Dazu ist insbesondere auch die Sensibilisierung und Fortbildung der zuständigen Behörden sowie die Einrichtung neuer Institutionen nötig.
  • Es gibt wenige Marktanreize für die Durchsetzung von Neuerungen in digitalen Infrastrukturen. Provider scheuen die operativen Risiken etwa bei der Etablierung neuer Strukturen wie IPv6 und DNSSEC. So gilt „wer sich zuerst bewegt, verliert“. Es muss Anreize geben, damit diese Strukturen allgemeingültig werden.
  • Mehr Spielregeln, statt nur Regulierung: es sollte bei der Plattform-Ökonomie nicht so sehr um Regulierung, sondern um Spielregeln gehen, die beispielsweise Start-Ups Zugang zu Märkten ermöglichen sollen. Da Europa föderal organisiert ist und Spielregeln paneuropäisch funktionieren, braucht Europa ein Ökosystem, in dem auch kleinere Plattformen wachsen können.

DENIC aktiver Mitgestalter des IGF-D

Das Internet Governance Forum Deutschland (IGF-D) besteht seit 2008 und setzt sich in seiner jährlichen Veranstaltung mit Fragen der Internetpolitik und -regulierung auseinander. Es ist das nationale Forum des entsprechenden internationalen UN-Prozesses.

DENIC ist Co-Sponsor und Beiratsmitglied der ersten Stunde im Internet Governance Forum Deutschland. Als Mitorganisator und Mitwirkender an den diesjährigen Podiumsdiskussionen war DENIC aktiv an der Programmgestaltung der Jahrestagung 2019 beteiligt und unterstützt deren konkrete Forderungen nach der Bewahrung des offenen, freien und sicheren Internet. Eine Video-Aufzeichnung der Veranstaltung steht auf der IGF-D-Website zur Verfügung.

Das globale Internet Governance Forum wurde 2005 beim UN-Weltgipfel der Informationsgesellschaft (World Summit on the Information Society, WSIS) begründet, um eine kontinuierliche Debatte über politische Fragen des Internet zu ermöglichen. Im Laufe der vergangenen dreizehn Jahre sind zahlreiche regionale und nationale Foren entstanden, die den Austausch zwischen der lokalen und der globalen Ebene zu den dringenden Fragen der Digitalisierung erleichtern sollen.

Rückfragen zum Internet Governance Forum (IGF-D) beantwortet Ihnen gerne das IGF-D-Sekretariat in Berlin (Kontakt: intgovforum.de[at]gmail[dot]com, www.intgovforum-deutschland.org).