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Registrierungssystem und Domaindatenbank
Die DENIC eG ist als Registrierungsstelle für Domains unterhalb der Top Level Domain .de eine wichtige Schnittstelle des Internets. Im Folgenden wollen wir auf zwei zentrale technische Aspekte im Bereich der Domainregistrierung und -verwaltung näher eingehen.
Das Registrierungssystem
Aufgrund der Vielzahl der Geschäftsvorgänge wickelt die DENIC alle Registrierungen von Domains sowie die Aktualisierungen der Datenbestände vollautomatisch ab. Dazu steht ihren Mitgliedern ein direkter Zugriff auf das Registrierungssystem zur Verfügung. Dieser erfolgt entweder per Mail über das Mail Registry Interface (MRI) oder über die Echtzeitschnittsstelle Realtime Registry Interface (RRI). Die DENIC-Mitglieder können dabei selbst entscheiden über welche der beiden Schnittstellen sie Aufträge an das Registrierungssystem übermitteln wollen. Die Identität des DENIC-Mitglieds und die inhaltliche Integrität eines Domainauftrags werden dabei durch verschiedene Maßnahmen überprüft. So ist sichergestellt, dass nur das zuständige Mitglied die Domaindaten verändern kann.
Die Registrierung von Domains erfolgt nach dem Prioritätsprinzip (First come, first served). Maßgebend ist, welcher Auftrag vom Registrierungssystem zuerst in die DENIC-Datenbank geschrieben wird. Dies spielt dann eine Rolle, wenn mehrere Aufträge für eine Domain über RRI und MRI bei der DENIC eingehen.
Das System verarbeitet zurzeit über eine Million Aufträge im Monat. Ein Registrierungsauftrag kann jederzeit übermittelt werden und ist über das MRI in der Regel innerhalb weniger Minuten und über RRI in der Regel innerhalb weniger Sekunden bearbeitet. Dies gilt entsprechend auch für Aktualisierungen oder Domainlöschungen. Alle Bearbeitungsschritte werden mitprotokolliert und gegenüber dem Absender quittiert, so dass der Ablauf und der Status jedes Vorgangs genau nachvollzogen werden kann. Um diese Leistungen zu erbringen, wird das Registrierungssystem kontinuierlich gepflegt und erweitert.
Die Domaindatenbank
Alle Domain- und Kontaktdaten werden bei der DENIC in einer zentralen Datenbank gespeichert. Teile dieser Datenbank sind zu Informationszwecken allgemein zugänglich, so dass z. B. über die öffentliche Domainabfrage jederzeit erfragt werden kann, ob eine bestimmte Domain noch verfügbar ist. Dieser Auskunftsservice ist auch unter der Bezeichnung "whois" bekannt.
whois ist inzwischen zum Synonym für die standardisierte Abfrage nach Domaindaten geworden und bezieht sich somit nicht mehr nur auf das ursprünglich mit diesem Namen verbundene Protokoll (beschrieben und definiert in RFC3912). Neben der Auskunft, ob eine Domain bereits registriert ist, liefert die whois-Abfrage Informationen zu Domain- und Nutzerdaten bereits registrierter Domains, etwa zum technischen Ansprechpartner und zur Konnektierung (d. h. zur Erreichbarkeit). Der Zugriff auf den whois kann entweder über den TCP-Port 43 auf dem DENIC whois-Server whois.denic.de oder über die Webseite erfolgen. Aus Datenschutzgründen sind Auskünfte zum Domaininhaber (Holder) und zum administrativen Ansprechpartner (Admin-C) der Domain nur über den Web-whois möglich. Um eine automatisierte Abfrage zu verhindern, muss der Nutzer zudem zunächst ein Captcha lösen.
Durchschnittlich werden pro Minute ca. 1.000 Abfragen bearbeitet, in Spitzenzeiten steigt dieser Wert auf über 2.000 pro Minute an.

